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Verena Hopp

...hat Angst vor der Bandsäge, liebt Sushi und probiert alle möglichen Materialien aus, um eine besondere Gitarre oder andere Kunstwerke für eine besondere Person mit viel Kreativität und einem freien Geist zu schaffen. Das hier ist nicht für normale Mainstream-Typen. Das ist für alle, die es verstehen.

Wie der Name schon sagt…

Ich heiße Hopp und rocke Yokohama, Japan.

Kreativ war ich schon immer, konnte mich nur nie für eine bestimmte Kunstrichtung entscheiden.

Meine erste Gitarre bekam ich mit 12 Jahren zu Weihnachten. Leider lernte ich in meiner Jugend mangels Anleitung nie zu spielen, die Faszination für das Instrument jedoch war immer da, schon, weil ich immer mal Fetzen von Songs komponierte, die ich nie zu einem Ganzen zusammenbekam.

Als im Frühjahr 2020 mein Arbeitsplatz (Deutschen Schule Tokyo Yokohama) wegen Corona geschlossen wurde, verzog ich mich mit einer kaputten Akustikgitarre in den Werkraum und begann sie zu restaurieren, was einfach nur riesen Spaß machte. Repariert, abgeschliffen, metallicblau mit Sternen und viel Glitter drauf und sogar noch blaue Saiten von meinem Lieblingskollegen Jens dafür geschenkt bekommen. Ich fand’s geil.  Meine eigene Übungsgitarre war als nächstes dran, was nur noch mehr Spaß machte, denn hier konnte ich ja komplett meinen eigenen Vogel fliegen lassen.

Es wäre doch echt cool, wenn man das so richtig lernen könnte, dachte ich mir nach der Fertigstellung von Re-Design Nummer zwei. Selber eine Gitarre bauen – wie geil ist das denn? Brian May hatte seine Red Special als Studi mit seinem Papa zusammengezimmert, und was für ein Sound das Teil mach, brauche ich hier keinem zu erklären

Das Timing war natürlich mehr als ideal, als die sonntägliche Suche mich zur ESP Guitar Craft Academy Tokyo führte, die just ein paar Tage später einen Open-Campus Day hatte und für die arbeitende Bevölkerung einen Wochenendkurs anbietet. Mein damaliger Chef, selbst Gitarrist, ließ mich tatsächlich frei nehmen. The rest is history. Mit der Zeit kommen zu den unendlichen Ideen auch ein paar Fertigkeiten hinzu. Die Ergebnisse sind im Shop zu erstehen.  

Da ich in Japan Gitarrenbau lerne, ist natürlich alles auf Japanisch. Fachvokabular, die Bezeichnung von Werkzeugen – bitte also nicht wundern, wenn mir mal die deutsche oder englische Vokabel für den 千枚通し (Senmaidôshi) fehlt. (*^-^*;)

Ich wurde am 5. März 1985 in der Lutherstadt Eisleben, einer kleinen Stadt in der ehemaligen DDR, dem sozialistischen Ostdeutschland, geboren. Die Berliner Mauer fiel einige Jahre später, aber ich wurde von Eltern erzogen, die bisher nur den Sozialismus kannten, und von Großeltern, die die Schrecken von Krieg und Sozialismus erlebt hatten.

Mein Großvater väterlicherseits, Erwin Hopp, wurde in einer deutschen Siedlung in Bessarabien (heute im Nordwesten der Ukraine) geboren. Ende der 1930er bis Anfang der 1940er Jahre wurden sie zurück ins Reich gerufen – „Heim ins Reich“ – obwohl sie zuvor nie einen Fuß auf deutschen Boden gesetzt hatten. Wenn du an ihrer Geschichte interessiert bist, findest du online zahlreiche Artikel über die „Volksdeutschen“. Die Reise meines Großvaters als Junge war unglaublich hart. Auf dem Weg wurden sie in das Haus einer besetzten polnischen Familie gesteckt und ihnen wurde gesagt: „Das ist jetzt euer Zuhause.“ Doch sie verabscheuten diesen Gedanken und versuchten, trotz der Umstände so respektvoll und freundlich wie möglich mit dieser Familie zusammenzuleben.

Meine Urgroßmutter äußerte einmal, dass es für Deutschland unmöglich sei, den Krieg zu gewinnen, indem es Russland in einem einzigen Sommer erobern wollte. Diese Aussage wurde als „Zweifel am Endsieg“ (Zweifel am endgültigen Sieg Deutschlands im Zweiten Weltkrieg) betrachtet – ein Verbrechen, das oft zur Todesstrafe führte. Deshalb wurde die gesamte Familie in ein Internierungslager geschickt, wo sie als Gefangene lebten. Sie wurden erst freigelassen, als mein Urgroßvater sich freiwillig meldete, an der italienischen Front zu kämpfen, da er Italienisch sprach. Ihr endgültiges Ziel war das kleine Dorf Ahlsdorf im Mansfelder Grund in Ostdeutschland. Diese "zurückgekehrten" deutschen Familien, die zuvor im Ausland gelebt hatten, wurden wie „Zigeuner“ behandelt. Sie kamen mit nichts an, hatten wenig Bildung oder Geld und mussten ihr Leben – und ihre Träume – von Grund auf neu aufbauen.

Warum erzähle ich dir das? Weil ich möchte, dass du verstehst, woher meine künstlerische Intention kommt. Ich habe meinen Großvater Erwin (und auch meine anderen Großeltern) sehr geliebt und vermisse sie sehr. Mein Opa Erwin hat mich stark beeinflusst, war ein großartiger Geschichtenerzähler und ein wunderbarer, wenn auch gebrochener Mensch. Als kreativer Außenseiter konnte ich mich immer mit ihm identifizieren. Ich verstand seine Frustrationen, weil ich ähnliche habe.

2006 ging ich zum ersten Mal ins Ausland nach Japan, kehrte zurück und ging wieder dorthin. Skype (danke, Skype – ich liebe dich!) ermöglichte es mir, Festnetzgespräche prepaid zu bezahlen, und so etablierten wir eine Routine von wöchentlichen Telefonaten, die bis zu den letzten Tagen seines Lebens im November 2020 andauerten. Er verstand meine Kämpfe, im Ausland ein Leben aufzubauen, und sagte mir (und der ganzen Welt) immer offen seine Meinung – etwas, das ich auch nicht anders kann. Er wurde zum Pazifisten und lehrte uns, dass Krieg immer falsch ist – das sehe ich genau so.

Ich bin ein Freigeist. Ich glaube nicht an Grenzen, Limits oder an die Mauern und Zäune, die von Autoritäten (an die glaube ich schon gar nicht) errichtet werden. Ich glaube nicht an „kann nicht“ – ich glaube an Lernen und Weiterentwicklung.

Meine Kunst ist der Ausdruck grenzenloser Kreativität. Ich weigere mich, mich auf ein einziges Medium oder eine Technik festzulegen, denn alles Neue, das ich erlerne, eröffnet mir neue Ausdrucksformen und damit kommen natürlich auch neue Projekte in den Sinn, die man sich ohne das "Können" gar nicht vorstellen kann. Für mich gibt es keine Grenzen zwischen den Künsten – jede Technik, jedes Material ist Teil einer kontinuierlichen Reise, die meine Arbeit vorantreibt. Spezialisierung ist für mich keine Option; sie wäre ein Käfig, der meine Freiheit und den Fluss meiner Inspiration ersticken würde. Meine Kunst ist ein Manifest der Freiheit, des Experimentierens und der unendlichen Möglichkeiten.

Wenn du eines meiner Werke kaufst, erwirbst du nicht nur ein Objekt; du investierst in die Freiheit des Ausdrucks und das Überwinden von Grenzen. Meine Arbeit lädt dich ein, die Notwendigkeit der Spezialisierung und die Grenzen, die die Gesellschaft der Kreativität setzt, herauszufordern. Durch meine Kunst hoffe ich, dich dazu zu inspirieren, dein eigenes Potenzial zu erkunden, neue Perspektiven zu begrüßen und die Vorstellung loszulassen, dass Kreativität in eine Schublade passen muss. Dies ist Kunst ohne Grenzen – eine Erinnerung daran, dass Wachstum und Lernen niemals enden und alle Mauern fallen müssen.

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